Europäische Datenstrategie: Neue Chancen für die Energiewirtschaft

Im Energiesektor eröffnet der erleichterte Datenaustausch neue Chancen für Effizienz, Innovation und gerechte Teilhabe – etwa durch den Zugriff auf Sensordaten von Windkraftanlagen, intelligente Energiemanagementsysteme oder E-Mobilitätsdaten. Gleichzeitig erfordert die Umsetzung eine klare Datenstrategie, um Datenschutz, Eigentumsrechte und technische Schnittstellen in Einklang zu bringen und das volle Potenzial der digitalen Vernetzung für die Energiewende nutzbar zu machen. Mit dem EU Data Act (DA) und dem Data Governance Act (DGA) schafft die Europäische Union die Grundlage für eine faire und sichere Nutzung von Daten.

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Gerade im Energiesystem spielt die Digitalisierung eine zentrale Rolle. Sie gilt als Schlüssel für das Gelingen der Energiewende. Durch den Data Act soll der Zugang zu energiewirtschaftlich relevanten Daten verbessert werden – etwa bei der Integration von Photovoltaik, Wärmepumpen oder Ladeinfrastruktur in der Elektromobilität. Eine der größten Herausforderungen bleibt der sichere und effiziente Datenaustausch entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Darin liegt jedoch auch ein großes Potenzial: Neben ökonomischen Vorteilen kann so ein Beitrag zum Gemeinwohl und zur nachhaltigen Energieversorgung geleistet werden. . Forschende des Fraunhofer-Exzellenzclusters »Integrierte Energiesysteme« (CINES) beschreiben in ihrem neuen Whitepaper, wie unter diesen Bedingungen der Datenaustausch in drei energiewirtschaftlichen Szenarien erfolgen kann.

 

Anwendungsbeispiele aus der Praxis

Das CINES-Whitepaper verdeutlicht die Chancen des Data Acts anhand von drei Beispielen:

  • Windkraftanlagen (WKA): Betreiber erhalten das Recht, Betriebsdaten von Herstellern zu nutzen. Dadurch lassen sich Wartung und Anlagenbetrieb optimieren.
  • Haushalte und Energiemanagement-Systeme (HEMS): Verbraucher können ihre Messdaten gezielt nutzen, um den eigenen Energieverbrauch besser zu steuern und Lastprofile zu optimieren.
  • Elektromobilität: Der Datenaustausch zwischen Herstellern und Nutzern, zum Beispiel über Batteriedaten, ermöglicht effizientere Anwendungen und eine verbesserte Ladeinfrastruktur.

 

Chancen und Herausforderungen

Durch den gezielten Austausch von Daten entsteht ein erhebliches Optimierungspotenzial im Energiesystem. Energieversorger und Dienstleister können darauf aufbauend neue Anwendungen und Geschäftsmodelle entwickeln und so ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern. Gleichzeitig müssen Datenschutz und der Schutz geistigen Eigentums gewährleistet bleiben. Die Bereitstellung geeigneter Schnittstellen erfordert zusätzlichen Aufwand, wird aber durch klare rechtliche Rahmenbedingungen wie den DGA unterstützt.

 

Ausblick

Unternehmen sind daher gefordert, ihre Digital- und Datenstrategien zu überprüfen und an die neuen gesetzlichen Vorgaben anzupassen. Projekte und Initiativen, wie sie unter anderem von der DENA umgesetzt werden, zeigen bereits Lösungsansätze und fördern die Vernetzung relevanter Akteure im Energiesektor und angrenzenden Branchen. Diese Erfahrungen tragen auch zum Aufbau eines nationalen Dateninstituts bei, das eine gezielte und vertrauenswürdige Nutzung von Energiedaten unterstützen soll. Fraunhofer CINES rät betroffenen Unternehmen, sich mit einer Datenstrategie auf die kommende Digitalisierung einzustellen.