Abschlussworkshop: Definition und Potenziale von Effizienz in Wärmenetzen

Angesichts des in zahlreichen Szenarien für 2045 prognostizierten Fernwärmeanteils von rund 30 % steigen die Anforderungen bezüglich des erforderlichen Ausbaus, der Nachverdichtung und steigender Anschlussgrade. Dazu braucht es ein Effizienzkriterium, das den Ausbau begleitet, ohne Hemmnisse zu erhöhen – idealerweise mit mehr Fairness im Wärmemarkt und gestärktem Vertrauen der Wärmekund*innen. So fördert die Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW) effiziente Fernwärme bislang ohne klar definiertes Effizienzkriterium. Während das Wärmeplanungsgesetz – angelehnt an die Energieeffizienzrichtlinie der EU – Anforderungen an den Einsatz von erneuerbaren Energien, KWK und Abwärme im Erzeugungsmix formuliert, bleiben Verteilung und Wärmeabgabe weitgehend unreglementiert. Systemgrenzen sind unklar; selbst die Erfassung von Verlusten ist derzeit nicht einheitlich definiert. Für die vollständige Klimaneutralität bis 2045 ist dies unzureichend, auch aufgrund starker Wechselwirkungen im Gesamtsystem (z. B. Großwärmepumpe statt KWK mit entsprechenden Auswirkungen auf stromseitige Lastspitzen und Gesamtkosten).

In der Veranstaltung präsentiert das Projektteam aus Fraunhofer IFAM, Öko-Institut und Gertec erarbeitete Effizienzdefinitionen und eröffnet die Diskussion mit Akteur*innen aus Fernwärmebranche, Wissenschaft, Energieagenturen und Politik. Wir freuen uns über aktive Mitwirkung aller Teilnehmenden, um die erarbeiteten Vorschläge zu bewerten und gemeinsam weiterzuentwickeln

Die Ergebnisse des Workshops werden vom Projektteam aufgegriffen und in die bisherigen Ergebnisse integriert. Der Bericht wird im Spätsommer durch das Umweltbundesamt veröffentlicht.

Auf einen Blick

 
  • Effizienz in der Fernwärme zur Klimazielerreichung notwendig
 
  • Energieerzeugung bisher im Fokus, weitere Aspekte sind relevant
 
  • Berücksichtigung der Wärmeverteilung und Wärmeabnahme sowie der Handlungsspielräume von Wärmeversorgern und Wärmekund*innen
 
  • Analyse bestehender rechtlicher Rahmenbedingungen
 
  • Neue Effizienzdefinition zur Begleitung und Unterstützung der Wärmewende
 

20. April 2026 

12:00 - 16:30Uhr  

EUREF-Campus 23/24, 10829 Berlin

Session 1: Projektergebnisse

 

12.00 Anreise und Registrierung

 

12.30 Begrüßung

Joscha Steinbrenner Umweltbundesamt , Dr. Lena Vorspel, Fraunhofer IFAM

 

12.40 Bestehende Effizienzdefinitionen: Grundlagen, Hemmnisse & Auswirkungen

Dr. Lena Vorspel, Fraunhofer IFAM

 

13.00 Quantifizierung von Effizienzpotenzialen: Technische Komponenten & Betriebsweise

Max Fette, Fraunhofer IFAM

 

 

 

 

13.15 Systemische Effizienz von Wärmenetzen: Vergleich unterschiedlicher Bewertungsmethoden

Benjamin Köhler, Öko-Institut

 

13.30 Neue Effizienzdefinitionen: Wirkbereiche, Anwendbarkeit & rechtliche Bewertung

Dr. Lena Vorspel, Fraunhofer IFAM

Sarah Hoesch, Öko-Institut

 

14.00 Pause: Kaffee und Snacks

Session 2: Diskussion und Weiterentwicklung

 

14.30 Paneldiskussion

Prof. Dr.-Ing. Clemens Felsmann, TU Dresden

Dietmar Schüwer, Wuppertal Institut

Dr. Tilman Zimmermann-Werner, Sächsische Energieagentur

Dr. Andreas Schnauß, BEW Berliner Energie und Wärme GmbH

Moderation Benjamin Köhler, Öko-Institut

 

15.10 Offene Fragenrunde an Teilnehmende des Panels

 

15.25 Umfrage & Mitmachaktion: Stimmungsbild der Workshop-Teilnehmenden

 

15.35 Offene Diskussion der vorgestellten Effizienzdefinitionen: Chancen, Hemmnisse und Grenzen

 

 

 

 

15.55 Programmabschluss

 

16.00 Netzwerken im Foyer

 

16.30 Ende der Veranstaltung

 

20. April 2026 

12:00 - 16:30Uhr  

EUREF-Campus 23/24, 10829 Berlin